07.04.15

1.fc nürnberg - das system

Es war einmal eine Satzungsveränderung, sie sei notwendig, so hieß es allerseits, Professionalisierung müsse sein, der FCN sollte sich doch an die Realitäten der modernen Fußballwelt anpassen, sich richtig zukunftsfähig machen. Tatsächlich wirkt das aktuelle Geschehen rund um den kreiselnden Club aber eher unprofessionell und zukunftsunfähig. Die eigentlich entscheidenden Personen wirkten  nach dem Abstieg etwas überfordert, die neue Vereinsstruktur erwies sich nicht als krisenfest und so wurden die Chancen auf einen direkten Wiederaufstieg verbummelt.

Vor der Satzungsänderung bestand der FCN vereinsspitzenmäßig aus einem ehrenamtlichen Präsident - der hieß damals Michael A. Roth - und zwei hauptamtlichen, geschäftsführenden Vizepräsidenten, für die Finanzen war das Ralph Woy, für das Sportliche war Martin Bader zuständig. 2009 trat Michael A. Roth zurück. Franz Schäfer übernahm sein Amt, sollte die Gestaltung und den Übergang in die Zukunftsfähigkeit amtieren.

Mit der Umstrukturierung wurde das Amt des ehrenamtlichen Präsidenten abgeschafft, die zwei Vizepräsidentschaftsposten quasi in zwei Vorstandsposten umgewandelt. Sehr überraschend übernahm der Herr Woy den Bereich Finanzen und Herr Bader den Bereich Sport. Eine echte, aus einer Person bestehende Vereinsspitze fehlte und fehlt aber, und damit wurde ein  ein potentielles, organisatorisches Vakuum konstruiert. Im Gegensatz übrigens zur Eintracht Frankfurt (Fußball AG). Dort sind ebenfalls zwei Menschen im Vorstand und einer spielt formal den Vorstandsvorsitzenden, nämlich der gestandene Heribert Bruchhagen.

der abstiegsumfall

Marin Bader weigerte sich nach dem Abstieg strikt, persönliche Verantwortung für das sportliche Fiasko zu übernehmen. Er gab an, dass er alle relevanten Entscheidungen im Einvernehmen mit - wahrscheinlich - Ralph Woy und dem Aufsichtsrat getroffen habe. So entsteht der Eindruck, dass bis zum Abstieg eine Kombo bestehend aus den Profis Ralph Woy, Martin Bader und einem recht heterogenen, mehr oder weniger qualifizierten Aufsichtsrat regierte. Und wohlgemerkt, der Aufsichtsrat arbeitet ehrenamtlich und sollte eigentlich nur beaufsichtigen, den Handlungsrahmen für den Sportvorstand definieren. Für mich klingt das ganze eher nach Amateurisierung im schlechten Sinne und nach absolut horizontaler Struktur und deshalb mangelnder Hierarchie.

Aber dann passierte - wie bereits erwähnt - das unfassbare, nämlich dieser klägliche Abstieg und schon funktionierten die brettelebenen, komplizierten Entscheidungswege nicht mehr. Die Räte Schamel und Koch probten plötzlich, fröhlich und wildentschlossen einen Aufstand, der gravierende Umstimmigkeiten im Aufsichtsrat offenlegte und die Krise noch verstärkte. Doch eigentlich ist während einer Krise schnelles und entschiedenes Handeln nötig, von Leuten, die führen können und führen wollen, das war aber beim Club nicht mehr möglich, weil alle und keiner zuständig waren. So vergaß man leicht chaotisch herumtrielend die Weichen in Richtung erste Liga zu stellen.

jahreshauptversammlung

Auf der Jahreshauptversammlung im Herbst - mittenhinein in das immer noch masochistisch ausgelebte Abstiegstrauma der Clubfamilie - wurden  fünf der neun Aufsichtsräte ersetzt und so der Aufsichtsrat eigentlich neu zusammengestellt. Schamel und Koch wurden im Übrigen abgewatscht, deren unbestimmte "Meerrettich-Revolte" scheiterte mangels Substanz kläglich, irgendwie beinahe unbemerkt.

Der neue Aufsichtsrat um den Vorsitzenden Thomas Grethlein machte nach einiger Zeit Nägel mit Köpfen und trennte sich Anfang Februar von Ralph Woy, dessen Vertrag im Spätsommer eh abgelaufen wäre. Möglicherweise durchaus eine richtige Entscheidung, aber seitdem fehlt uns ein Finanzvorstand. Bleibt auf Vorstandsebene der Martin Bader, über den momentan im Aufsichtsrat diskutiert wird, der sich im Bereich Sport kaum mehr durchsetzen kann und der folglich die Kompetenz für die konkrete Kaderplanung an Coach Weiler und den Sportlichen Leiter Wolf abgeben musste. Der FCN wirkt gegenwärtig demnach irgendwie etwas "vorstandslos".

So muss wohl oder übel weiter der Aufsichtsrat, bestehend aus neun ehrenamtlichen Mitgliedern, den Club so richtig steuern, der bereits wieder über eine wesentliche Frage, nämlich ob und wann der Herr Bader beurlaubt wird, uneins ist, was selbstverständlich von den einen oder anderen Aufsichtsratsmitglied eifrig geschwätzig ausgeplaudert wurde. Liest sich alles nach noch mehr Entprofessionalisierung.

michael a. roth...

...unser geschätzte Ehrenpräsident äußerte im November, dass die Herren Bader und Woy ordentliche Arbeit ablieferten, aber nicht über die nötigen Führungsqualitäten verfügten und dass der FCN einen wie den Uli Hoeness brauche, einen, der mit Autorität und entsprechenden, formalen Kompetenzen ausgerüstet den Verein führen könne. Da mir eine wiederholte Satzungsänderung á la Eintracht Frankfurt unmöglich erscheint - würde ein wahrscheinlich dann in eine Art Vereinsanarchie führen -  bleibt also zu hoffen, dass der neue Finanzvorstand  über das notwendige Maß an natürlicher Autorität und fachlicher Expertise verfügt und der Aufsichtsrat dann die offene Frage um den Sportvorstand herum schnellstens löst. Damit wärend die Vorstandsposten wirklich besetzt und unser "Fliegende Holländer" FCN wieder einigermassen flott. Nur auf dieser Grundlage dann würde sich der Verein wieder beruhigen, und nur dann ist an einen Aufstieg nach der kommenden Saison überhaupt zu denken.

P.S. Noch ein Übrigens zur flachen Entscheidungsstruktur: Sollten wir auf der Vorstandsebene zwei Alphatierchen verpflichten, dann wäre aber ganz schnell wieder Feuer unter dem Dach.

09.11.14

das geheimnisvolle wir-gefühl

Wollte die aktuellsten Ereignisse und Entwicklungen eigentlich ganz knapp auf meinem google+-Ableger kommentieren. Die Vorfälle der letzten Tage und Wochen sind aber nicht in zwei bis drei Sätzen zu deuten und zu fassen. Am Montag wird angeblich der Aufsichtsrat entscheiden, ob Valerien Ismael beurlaubt wird oder nicht. Falls er denn beurlaubt wird und keine weiteren Konsequenzen bezogen würden, dann würde die Erklärung für die Malaise der letzten Jahre lauten: "Der Herr Ismael, der ist doch an allem Schuld."

Wahrscheinlich wird er also gefeuert, weil er für die mangelhafte Kaderentwicklung der letzten Jahre die Verantwortung trägt, wahrscheinlich, weil sich  seine Trainerentscheidungen nach Hecking allesamt als Fehler herausgestellt haben, wahrscheinlich, weil Valérien Ismael sich vor der Saison zu spät selbst verpflichtet hat und deshalb kaum auf den Aufbau des neuen Kaders Einfluß nehmen konnte, wahrscheinlich, weil er es nach dem Abstieg versäumt hat, zumindest zwei bis drei erfahrene und willige  Spieler zu halten, wahrscheinlich, weil der Kader zu Beginn der Saison noch nicht komplett war und nicht über ausreichende Qualität verfügte, immer noch nicht verfügt.

geheimnisvolles wir-gefühl

Nein, Valérien Ismael trägt selbstverständlich nicht die Verantwortung für all das, er ist vielmehr der klassische Sündenbock. All die erwähnten Entscheidungen wurden über Jahre hinweg von der sportlichen Leitung getroffen. Das jämmerliche Resultat wurde dem Herrn Ismael vor die Nase gesetzt, der sollte diesen Trümmerhaufen in ein paar Wochen wieder aufbauen und dann einfach so aufsteigen, ist doch nicht zuviel verlangt, oder?

Nein, die Verantwortlichen im Bereich Sport trägt die Verantwortung. Wenn Ismael wegen Erfolglosigkeit gehen muss, dann bitte auch die sportliche Leitung, früher oder zweckmäßiger später. Dachte bis vor kurzem der Zuständige ist der Martin Bader - so als Vorstand Sport - aber der spricht immer nur von den (falschen) Entscheidungen, die "wir" getroffen haben. Stellt sich die Frage, wer oder was denn dieses bzw. dieser geheimnivolle "wir" überhaupt ist bzw. sind. Mache mich sogleich recht eifrig auf Spurensuche.

Wir, Plural, kann sich doch nur um den Herrn Bader, den Herrn Woy und den Aufsichtsrat handeln, naja, der Aufsichtsrat wurde ja schon runderneuert, muss auch irgendwie die Scherben zusammenkehren, aufsammeln und zusammenpicken, übrig wäre also der Sportvorstand und der Finanzvorstand, aber unser Herr Woy nehme ich einmal aus der Verantwortung für die wesentlichen, sportlichen Entscheidungen, denn anderen Vereine mit ähnlichen oder sogar geringeren, finanziellen Möglichkeiten spielen noch Bundesliga oder sind gar aufgestiegen. An den Finanzen kann es dann wohl nicht liegen.

Damit liegt die Verantwortung also auch und hauptsächlich beim Sportvorstand, und eigentlich dachte ich ja auch, dass die grundsätzlichen Entscheidungen, die lang- und mittelfristige Planung vom Vorstand entworfen, mit dem Aufsichtsrat abgestimmt wird und andere, wesentliche Entscheidungen - wie eben über Trainer und Transfer - im vorgegebenen finanziellen Rahmen vom Sportvorstand allein getroffen würden. So habe ich zumindest die vor ein paar Jahren veränderte Satzung des Verein interpretiert. Bliebe also der Martin Bader, aber der spricht ja von diesem dubiosen "wir".

michael a. roth über fehlende führungsqualität

Wird also die Aufgabenteilung zwischen Aufsichtsrat und Sportvorstand anders interpretiert? Holte sich vielleicht Martin Bader jedesmal das Okay für jede sportlichen Entscheidung beim Aufsichtsrat ab? So hört sich das an, denn wenn das nicht so wäre, dann wäre das "wir" richtigerweise  ein "ich". Dann würde er seine Verantwortlung absichtlich leugnen und abschieben. Glaube ich nicht.

Nein, vermutlich liess er sich die Entscheidungen, die eigentlich in seinem Aufgabenbereich liegen, vom Aufsichtsrat absegnen, vielleicht wollte er sich so absichern, vielleicht scheut er Verantwortung, vielleicht ist er zu sehr Teamworker. Oder der Aufsichtsrat übernimmt gierig Verantwortlichkeiten, die nicht in seinen Aufgabenbereich gehören. Egal, es wäre schon ganz nett zu erfahren wie denn konkret die Abläufe zwischen Aufsichtsrat und Sportvorstand ausschauten und in Zukunft ausschauen werden. Ich lege mich fest. Das lief in der Vergangenheit gehörig schief und entspricht nicht den Zielen und Vorgaben der Satzung.

Michael A. Roth - unser verdienter Ehrenpräsident - hat in den letzten Tagen festgestellt, dass dem FCN ein Typ wie der Uli Hoeness fehle, der die Geschicke des Vereins leitet, der die Richtung vorgibt, der die wichtigen Entscheidungen trifft und dann auch dafür geradesteht und nicht von einem undurchsichtigen "wir" spricht. Offenbar sieht er die Herren Bader und Woy nicht so, spricht ihnen notwendige Führungsqualitäten ab, denn er erwähnt, dass die wohl trotzdem brave und gute Arbeit leisten würden. Das bedeutet aber, dass unser Verein - also tatsächlich "wir" - während der letzten Jahre kaum und damit schlecht geführt wurden und vielleicht war diese fehlende Qualität ein wesentlicher Grund für den Abstieg.

kollektive vernunft ?

Zwischendurch herrschten beim Club "Hamburger Verhältnisse". Schwacher, weil erfolgloser Sportmanager, sportlicher Mißerfolg, zerstrittener Aufsichtsrat, sogar Putschversuche. Die Mitglieder löschten mit der Wahl offenbar vernünftiger Leute den ersten Brand des Vereins. Wie man liest wird der Entscheid über die Beurlaubung oder Weiterbeschäftigung des Valérien Ismael vom Aufsichtsrat getroffen. Damit würde der Aufsichtsrat kritischen Situation in angemessener Weise die Verantwortung übernehmen, den Verein wieder auf solide Basis zu stellen, denn Martin Bader ist angeschlagen, seine weitere Zukunft beim Club steht möglicherweise auch auf der Tagesordnung, sie sollte auch auf der Tagesordnung stehen.

Wohlgemerkt, die Mitglieder beendeten mit ihrem Votum das Durcheinander und die Streitereien im Aufsichtsrat, sie allein und schafften damit die Voraussetzung für die weitere Konsolidierung des Vereins.Von wegen,"der Glubb is' a Depp".

18.10.14

martin bader und die "...wärrd scho' wärn..." - Strategie

Zeit mal wieder auf  der Tastatur zu hämmern, und das Gehämmerte an die weltweiten Netzteilnehmer zu senden, vor allem angesichts der Leiden, die wir Glubberer zurzeit erfahren. Auch nach den Siegen gegen Lautern und Leipzig, dem Punktgewinn in Bochum geht es uns immer noch schlecht, und so analysiere ich folgend die Performance des Vorstands Sport - wahnsinnig neudeutsch, dieses Performance. Es stellt sich für mich die Frage nach dem Verbleib des Martin Bader.

Meine Evaluation fällt nicht allzu positiv aus. Denn es wurden Fehler gemacht, zu viele Fehler. Man vertraue der Mannschaft so wie sie jetzt sei, man traue eigentlich dem Trainer, man warte aber erst einmal, so sein Tenor oder sogar Credo. So wartete Martin Bader immer wieder ab, um dann  - wenn es nicht klappte - transfermäßig nachzulegen oder den Trainer  zu beurlauben. Das Problem dabei war, dass wir während der Abwarterei Punkte verloren, in gravierende Krisen geriet, letztlich mit dem Abstieg scheiterten.

michael wiesinger

Nachdem Dieter Hecking den Verein gegen Ende 2012 in Nullkommanix verlassen hatte, überlies Herr Bader Michael Wiesinger das Amt, meinte, man traue dem Michael das zu, beobachte aber andererseits genau, ob das richtig funktioniere. Er riskierte das zu einem Zeitpunkt, als wir mit einundzwanzig Punkte zum Rückrundenstart noch im Abstiegskampf steckten. Unser Vorstand feldversuchte. Der "Wiese" bekam seinen Erstligavertrag, man erreichte ja einen guten Rang im Mittelfeld.

Schaut man genauer hin, dann erduselten wir uns während der Rückrunde des Jahres 2013  - trotz überwiegend schläfriger und seltsam uninspierter Leistungen - einen sehr ordentlichen Mittelfeldrang. Das Dreizunull gegen die Schalker spiegelte die eigentlichen Leistungen der Mannschaft wieder. Bis zur sechzigsten Minute erspielten sich die Schalker sechs Hunderprozentige nutzten aber allzu lässig und arrogant agierend keine einzige und bei uns fiel dann die erste Chance. Wären die Schalker konzentriert gewesen, hätten sie uns bis zu diesem Zeitpunkt vier und im gesamten Spiel wohl sechs Tore eingeschenkt.

Michael Wiesinger hatte es offenbar noch nicht im Kreuz einen Bundesligaclub zu coachen oder besser gesagt, hatte es nicht im Kreuz diese sture Mannschaft zu heben. Die Entscheidung für ihn war ein Fehler und rächte sich zu Beginn der folgenden Spielzeit. Denke dabei insbesondere an das Nullfünf zuhause gegen den nicht gerade bärenstarken  HSV.  Wiesinger liess im Übrigen zu dieser Zeit eher defensiv ausgerichtet spielen, und hatte alle Mann an Bord. Nicht gerade ein Anzeichen defensiver Qualität der Mannschaft. Es muss aber erwähnt werden, dass sich unser damaliger Coach allen Respekt verdiente, denn im Gegensatz zu manch anderem vor der aktuellen Spielzeit blieb er dem Club als Spieler in einer existenzbedrohenden Situation bis in die Regionalliga treu.

timmy simons

Als Timmy Simons den Verein verliess, zögerte Bader abermals, setzte auf den alternden Hanno Balitsch und den mehr als unerfahrenen Niklas Stark, die beiden sollten das erst einmal richten. Der Niklas hat in einigen Spielen sein beachtliches Talent gezeigt und für seine Verhältnisse sehr ordentliche Spiele abgeliefert, aber er war in dieser Schlüsselposition überfordert. Und Balitsch war  zu langsam, außerdem fehlte im das taktische Geschick des Abwehrchefs Simons.

Wieder hatte Herr Bader zugeschaut und gewartet, was denn passiert - obwohl den meisten Glubberern klar war, dass das Potential der Mannschaft durch den Verlust eines Leistungsträgers deutlich geschwächt war. Tatsächlich hat er wieder irgendwie gepokert. Eigentlich sollte er gewußt haben, dass der Verlust des Defensivstrategen ohne die Verpflichtung eines Ersatzes nicht kompensiert werden konnte.

neuaufbau

Nach dem jämmerlichen Abstieg wurde wieder stur die "wenn es nötig ist, dann rüsten wir eben nach"-Methode praktiziert. Mit der Folge, dass wir im ersten Spiel gegen Aue im linken Mittelfeld mit einem Mittelstürmer auflaufen mussten, nachdem unser einziger Flügelspieler sich Wochen vorher schwer verletzt hatte. Die Transfers kamen wieder einmal zu spät, zu Beginn der Spielzeit verfügten wir über zu wenig gestandene Spieler, um diese schwierige Situation zu bewältigen.

Der Allrounder Robert Koch wurde kurz vor Sainsonstark verpflichtet - ein Bursche mit guter Einstellung. Jürgen Mössmer wurde nach dem ersten Spieltag verpflichtet. Nach dem Duisburgspiel kamen Daniel Candaias und Ondrej Celustka dazu. Durch diese späten Transfers war die Mannschaft zu Beginn der Saison labil, hatte sich mit den Spielen gegen Fürth und Duisburg bereits in eine Krise gespielt, eben bevor Candeias und Celustka geholt wurden. Man verlor dadurch Punkte, den Anschluß an die Spitze.

Im Spiel gegen die Greuther beginn die Mannschaft rekordverdächtige fünf Einzelfehler, die jeweils zu Gegentoren führte. Kann mich nicht erinnern, dass ich das schon erlebt habe, nicht einmal beim Club. In der ersten Halbzeit gegen Duisburg fehlte das kollektive Selbstvertrauen, die einzelnen Spieler hatten kein Selbstvertrauen und besaßen darüber hinaus keinerlei Vertrauen zu den Mitspielern. Anzeichen einer auseinanderfallenden Mannschaft, sicherer Indikator,  dass beim Wiederaufbau der Mannschaft gemurkst wurde. Wieder wurde also erst einmal abgewartet und musste dann durch zusätzliche Spielerverpflichtungen nachgebessert werden.

letztendlich

Martin Bader hat durchaus gute Leute geholt, der begabte Alessandro Schöpf ist  eine sehr gute Verpflichtung, auch der effektive Daniel Candaias, der stabile Jürgen Mössmer. Josip Drmic war letztes Jahr sensationell. Hasebe ragte heraus. Ginczek hat seine Klasse durch die schwere Verletzung kaum zeigen können. Die Strategie offensive Spieler zu holen - um die Mannschaft weiterzuentwickeln - war richtig, mit seinen konkreten Entscheidungen lag er falsch, das hat Martin Bader bei der außerordentlichen Mitgliederversammlung im Sommer teilweise auch zugestanden. Ebenfalls richtig - auch notwendig -  war ein Neuaufbau des Kaders vor dieser Saison, aber jeder von uns wusste, dass dies äußerst problematisch ablaufen würde, und es geriet dann problematischer, weil wieder gezaudert wurde.

Unser Anspruch muss es sein in der Bundesliga zu spielen, realistischerweise muss das im Schnitt im Mittelfeld der ersten Liga sein. Das sieht auch unser Sportvorstand so, hat das mehrfach formuliert. Zurzeit sind wir Tabellennneunnter der zweiten Liga, nach einem peinlichen Abstieg als Ergebnis des letzten Spieljahrs. Vergleicht man also die jetzige, sportliche Situation mit unserem Anspruch muss man ganz einfach das Scheitern der Vereinsführung feststellen. Wesentlich verantwortlich dafür ist aufgrund seiner Position und seiner Entscheidungen Martin Bader. Ich verlange nun nicht, dass sich der Verein unbedingt und schon gar nicht sofort von ihm trennt, doch mit der Frage seines Verbleibs muss sich der Aufsichtsrat beschäftigen, auch falls wir doch - möglich, aber nicht wahrscheinlich - noch aufsteigen. Der Aufstieg wäre dabei kein Erfolg, denn in der Bundesliga zu spielen ist für den FCN das Mindeste.

01.08.14

schlagwort eigenvermarktung

Die Suche nach einem Hauptsponsor zieht sich beim FCN zumeist doch etwas hin. Auch dieses Jahr fand das Feilschen verspätetet ein Ende; Möbel Wolf aus Schweinfurth - so heißt das überglückliche Unternehmen - darf während der kommenden Spielzeit sein Logo auf den Clubleiberl platzieren. Die Geduld vieler Anhänger wurde wieder einmal arg strapaziert und so zweifeln zahlreiche Fanatiker doch etwas an der fachlichen Kompetenz unseres geschätzten Marketingpartners.

Michael A. Roth - legendärer Präsident des FCN - hat den Vertrag 1998 abgeschlossen, mit Sportfive, damals noch unter dem Namen UFA Sports bekannt. Nach dem verheerenden Abstieg in das Fußballunterhaus zwei Jahre zuvor war einfach kein Geld da, um den Verein in eigener Regie zu vermarkten. Die Kooperation war also notwendig.

Die Verhandlungsposition war aufgrund der miesen Kassenlage mehr als ungünstig. Stelle mir einen zähneknirschenden Michael A. Roth bei der Vertragsunterschrift vor. Man liest über eine "Signing Fee" - die ist übrigens kein Geschenk, sondern eine Vorauszahlung auf kommende Einnahmen - über 20 Millionen Euro, bei einer Provision von 20%. Sportfive garantiert dem FCN angeblich 3 Millionen jährlich für das Trikotsponsoring für die Bundesliga. Die Vertragsdauer beläuft sich auf zwanzig Jahre, der Vertrag bindet den Club also bis Mitte 2018.

der ruf nach selbstvermarktung...

Oft wird - wie im Anrisstext angedeutet - unter der Anhängerschaft beklagt, dass der Club jedenfalls besser wegkäme, wenn der Verein die Vermarkterei selbst in die Hand nehmen würde. Ich werde nun den gewagten Versuch unternehmen, die Qualität unseres Vermarkters zu bewerten, recht vorsichtig, denn ehrlich gesagt bin ich ohne große Expertise, noch dazu ohne Einblick in die Arbeit des Vermarkters, ohne genaue Kenntnis der Vertragsinhalte, bewerte also mit einer Perspektive der Uninformiertheit und Ahnungslosigkeit, egal, schließlich ist das ein Blog hier.

Unser letztjähriger Sponsor überwies dem FCN jährlich 4 Millionen Euro,  das war Platz 13 der Bundesligasponsoringtabelle, zwischen Mainz 05 und Hannover 96 - die 96er sind übrigens ebenfalls Kunde von Sportfive. Mainz kassiert angeblich 4,5 Millionen, Hannover 96  3,5 Millionen. Freiburg besetzt Rang Fünfzehn mit 2,5 Millionen. Kann die Frage nicht beantworten, ob die aufgeführten Angaben über den FCN und die 96er die Provision schon enthalten. Achja, fast vergessen, Möbel Wolf war das Firmenlogo auf dem Clubtrikot 1,8 Millionen Euro Wert, allerdings gilt der Vertrag zunächst für ein Jahr, die Summe gibt es also für die zweite Liga.

Im Bereich Trikotsponsor würden die Sportfiveler demnach vergleichsweise sehr ordentliche Arbeit machen und wenn man so auf der Webseite umeinanander schaut, bekommt man den flüchtigen Eindruck, dass der Club sponsorenmäßig auf solider Grundlage steht. Ralph Woy meinte auf der außerordentlichen Mitgliederversammlung, dass man mit der Arbeit unseres Vermarkters sehr zufrieden sei, aber was soll er auch sonst sagen.

Sportfive ist jedoch nicht nur trikotsponsoringmäßig zuständig, sondern vermarktet insgesamt, die Qualität der Arbeit ist somit keinesfalls nur an den Zahlungen des Hauptsponsor schätzbar. Habe mich selbstverständlich auf die Suche nach entsprechenden Daten gemacht, die Recherche ergab auch das eine oder andere Ergebnis. War mir aber über die Seriösität der Angaben  nicht im Klaren, deshalb erspare ich mir irgendwelche Angabe, und die virtuellen Welt bleibt so in dieser Hinsicht uninformiert zurück.

...und die antwort des vereins

Vor eineinhalb Jahren äußerte sich Martin Bader, dass Eigenvermarktung durchaus eine realistische Option darstellt, so zukünftig. Da unser Vorstand aus der Sportvermarkterei stammt - bevor er bei der Hertha anheuerte, war er bei UFA Sports angestellt - nehme ich mal an, dass er es im Kreuz hat eine eigene Abteilung aufzubauen. Angeblich hat der Herr Bader seit einiger Zeit des Ansatz einer kleine Marketing-Abteilung installiert. Guckt man auf unser Organigramm, erkennt man die FCN Marketing GmbH - wohl für das Merchandising zuständig - und einen Mitarbeiter, der tatsächlich als "Leiter Marketing" bezeichnet wird.

Dieser arbeite eng mit Sportfive zusammen, so der Herr Bader, das ist schön, wäre demnach in der Welt des besonderen Sportmarketings präsent und eines Tages so netzwerkmässig in der Lage auch eigenwillig im Interesse des FCN die vordere Seite des Triktos, die Werbebanden, etc. zu verkaufen. Deute Herrn Baders Aussagen und die organisatorischen Veränderungen als Anzeichen dafür, dass der Verein die Voraussetzungen hergestellt hat, um eine eigene Abteilung schnell auf die Beine zu stellen.

selbstgemacht

Mainz 05 vermarktet seinen Verein selbst, installierte eine Abteilung, in der fünf Angestellte ihren Dienst tun, zum Vergleich, sieben Mitarbeiter von Sportfive arbeiten zurzeit am Valznerweiher. Der verantwortliche Mensch lässt verlauten, dass die Eigenvermarktung für Mainz 05 genau das Richtige sei und das es richtig gut laufe, auch hier gilt das Prinzip "was soll er denn sonst sagen". Sehr plausibel erscheint mir sein Argument, dass die große, personelle Fluktuation bei den Sportvermarktern durch ein vereinseigenes Vermarkten  mit vertrauten Gesichter sich im Geschäftskundenkontakt recht gut und deshalb erfolgreich macht.

Die Menschheit darf aber nicht vergesse,  dass so eine nette Abteilung auch ein paar Euro kostet. Bei einer Bewertung der beiden Optionen geht die Gleichung Eigenvermarktung mit 0% Provision  ist kleiner als Fremdvermarktung mit 20% Provision nicht auf, sondern die Gesamtkosten der Eigenvermarktung müssen bei der Vergleicherei berücksichtigt werden. Frage mich, wieviel dem FCN eine siebenköpfige Abteilung kosten würde, vielleicht käme das einer Provision von fünf, sechs, sieben Prozent gleich, vielleicht so schätzungsweise.

fremdes vermarkten

Unser exklusiver Vermarktungspartner kümmert sich - wie schon angedeutet - nicht exklusiv um den FCN, sondern um einen ganzen Haufen von Bundesligisten, immerhin auch um ein Schwergewicht wie den BVB, der vertraglich noch bis 2020 an den Vermarkter gebunden ist, was möglicherweise aber noch immer mit der Konsolidierung der BVB-Finanzen nach deren Beinahebankrott  vor ein paar Jahren zu tun hat.

Der HSV möchte die Kooperation verlängern. Die SGE hat 2002 einen Vertrag bis 2020 abgeschlossen, in einer Zeit, in der das neue Stadion im Bau war. Offensichtlich schließen die Vereine ihre Verträge mehr und gleichzeitig auch weniger gerne in Zeiten gar dringenden, finanziellen Bedarfs. DenVermarkter freut das dann schon ein bißchen.

Einer der Konkurrenten der Sportfiveleute ist Infront, das vor Kurzem mit dem 1.FC Köln einen Vertrag abgeschlossen hat, einer der dem "Effzeh" gute 400 Millionen Sponsoreneinnahmen über zwölf Jahre für die erste Bundesliga garantiert. Eine "Signing Fee" sei dabei erst einmal nicht vorgesehen. Man liesst, dass dafür die Provision etwas geringer ausfalle. Vierhundert Millionen hört sich nach verdammt viel an, die Zahl erschlägt einen beinahe, aber - wie schon erwähnt - die Summer verteilt sich auf zwölf Jahre.

charmanter gedanke

Ist also verflixt schwer die aufgeworfene Frage abschließend und richtig zu beantworten, dass aber die Eigenvermarktung die einzig reich und damit seeligmachende Alternative ist, und so rein aus dem Bauch heraus die Fremdvermarkterei auszuschliessen, macht keinen Sinn.  Ein netter Vertrag, vielleicht mit einer Option auf eine anständige Signing Fee könnte möglicherweise eine Grundlage für die Finanzierung eines neuen Stadions sein, ist jetzt nur so eine Idee.

Und außerdem wäre die Verhandlungsposition beim Feilschen mit den Sportfivlern deutlichst besser als vor zwanzig Jahren. Der Verein steht trotz des Abstieges auf finanziell guten Füßen, hätte es ganz sicher im Kreuz die Vermarktung selbst übernehmen und wer sagt denn, dass es unbedingt Sportfive sein muss, wieso nicht auch Infront oder auch IMG, die ebenfalls stark an der Vermarktung des 1.FC Köln interessiert waren. Wieso sollte man diese Ausgangsposition nicht nützen, um einen richtig guten Vertrag auszuhandeln, denn das mit Verhandeln, das kann der Herr Bader ja.
 
Andererseits scheinen ja die eigenvermarkteten Mainzer mit ihrer Lösung sehr, sehr zufrieden zu sein, und die Summe, die sie für das Trikotsponsoring kassieren, weist das auch aus und letztlich ist eines so wie so klar, die Idee das mit der Vermarkterei selbst zu unternehmen hat richtig Charme, denn der Club - also wir -  wären dann das erste mal seit gefühlten siebentausend Jahren tatsächlich der Herr im schicken, eigenen Vereinsheim am Valznerweiher. Und das hört sich ziemlich, ziemlich gut an.

25.06.14

über hüh und hot und die unmöglichkeit des vereinsfußballerischen plebiszitarismus

Unmittelbar nach dem Abstieg rührten sich zahllose und spontane Stimmen und forderten forsch, dass diese Absteiger und gänzlich erstligauntauglichen Versagern sofort vom Valznerweiher gejagt werden müssten.

Als die angeblichen Looser allesamt und blitzeschnell in der Bundesliga unterkamen, mutierten sie augenblicklich von Nichtskönnern zu schlimmsten Verrätern, schändlichen Söldnern, die nichts Manns genug seien, die uns eingebrockte Abstiegssuppe auszulöffeln. Angesichts der massiven Spieleremigration wurde zudem moniert, dass zu viele Positionen im Kader unbesetzt seien, das könne nicht gutgehen mit dem Aufsteigen.

Vielerorts tauchte aufgrund des lückenhaften Kaders die gute, alte Forderung nach den jungen, talentierten Spielern aus der Region auf, die es mit maximaler Identifikation und entsprechender Leidenschaft richten sollten. Die jüngeren Spieler, die bereits im Kader standen, waren andererseits und irgendwie nicht gut genug, "...rechts hinten nur mit dem Pachonik, das reicht einfach nicht...". Wurden die Verträge eines Youngsters aber nicht verlängert, so wurde entsetzt die Frage gestellt, weshalb man diesem  bei allem Talent ziehen lasse, man habe dem doch niemals eine echte Chance gegeben, der Bader, der Hecking, der Verbeek, einfach alle.

kollektive uninformiertheit

Der Danny Blum - verpflichtet für den linken Flügel, kam vom SV Sandhausen - erzielte letzte Saison in Sandhausen in neunzehn Zweitligapartien vier Treffer und leistete zwei Torvorlagen,  hatte also auf den ersten Blick keine schlechte Rückrunde. Auf der anderen Seite war er in der Vorrunde lange verletzt, ist es dann nicht wahnsinnig, dass so ein unerfahrener und verletzungsanfälliger Spieler für die linke Seite verpflichtet wurde, da muss noch ein Gestandener her, so könnte man "argumentieren" und so wurde es auch.

Der Jan Polak -  wäre eigentlich so ein gestandener Spieler -  habe doch tatsächlich als Dreiunddreissigjähriger noch einen Zweijahresvertrag erhalten, so tönte es, dann hätten wir doch gleich den Feulner behalten können, auch das war zu hören, und um den Feulner hätte man sich auch viel früher kümmern sollen, dann wäre der geblieben, der sei doch nicht so schlecht gewesen, sehr erfahren und ein Franke noch dazu, einer aus der Region also. Aber der Feulner, war der nicht einer der "Versager" und "Verräter"?

Auch in bin seit langer Zeit Teil dieser prophezeienden und resumierenden Kakophonie - ein weiteres Tönchen sozusagen - und gemeinsam sind wir Glubberer zweifellos eine solche, genau so vielstimmig, durcheinander, weil laienhaft, emotional, spontan, so gut wie ahnungslos, uninformiert und deshalb widersprüchlich.

Diesen undirigierten Laienchor per Satzung Einfluss auf die laufende Geschäftsführung zu gewähren, also potentiell Spielertransfers, Trainerverpflichtungen, etc. irgendwie zu beeinflussen, das war ganz sicher eine Schnapsidee und wäre einem fußballvereinsmäßigem Suizid gleichgekommen. Offensichtlich war ich nicht der einzige, der so dachte, denn der Antrag auf eine solch irre Satzungsänderung wurde mit allergrößter Mehrheit auf der Mitgliederversammlung Anfang der Woche nicht einmal zur Abstimmung zugelassen.

Im Übrigen, der Alessandro Schöpf wurde von den Bayernamateuren geholt, angeblich ein Österreicher, U21-Nationalspieler, Gladbach wollte den auch, noch ziemlich jung, möglicherweise ein Riesentalent mehr, da muss ich gleich einmal seine Leistungsdaten auf transfermarkt.de überprüfen.

07.06.14

neuer trainer, neue mannschaft, neues glück

Nach mehr als sechs Wochen verzweifelter Suche haben wir endlich einen neuen Trainer, den Valérie Ismael, der in seiner ersten Pressekonferenz einen sehr guten Eindruck gemacht hat; er wirkte smart, irgendwie sehr kompetent und selbstbewusst. 

Außerdem haben die VW-Direktoren Allofs und Hecking ihn ja beinahe für untenbehrlich erklärt, so  hieß es zumindest. Man konnte fast meinen, dass Wohl und Wehe des gesamten Volkswagenwerks hing von seinem Verbleib ab, sei es wie es sei, allein der Gedanke daran hört und liest sich gut an.

Ein großer Haufen Spieler musste gehen, wollte gehen oder beides, die allermeisten sind sogar bei Erstligisten untergekrochen. Zu diesen gefühlten Zwölf  kommen wahrscheinlich noch Mike Frantz und Hiroshi Kyotake, der nach der WM  kaum wieder in die Noris einrücken wird. Wenn - bei allem ehrlichen Respekt - die Herren Feulner und Hlousek in der ersten Liga unterschlupfen, dann wird dem Kyo das auch gelingen.

robbie rockt das unterhaus

Auch unser ewiges Talent Robbie Mak soll abgegeben werden, liest man, aber da weiß ich nicht so recht, phantasiere, dass der Robbie bleibt, seine Motivation wieder oder überhaupt findet, vielleicht weil er den neuen Coach richtig super findet und dann die Liga aufmischt und der Pekhart, der macht dann ein Kopfballtor nach dem anderen, naja...

Torhüter haben wir gleich drei, sind auf dieser Position besetzt - kurz hüpft das Fanatikerherz angesichts dieser Komplettheit - nämlich Raphael Schäfer, Patrick Rakovsky und Benjamin Uphoff, den würde ich übrigens gerne einmal spielen sehen, vielleicht hält er ja besser als der manchmal gelobte Rakosky, der mich in der Liga nicht überzeugen konnte.

der traurige rest...

Am meisten gerupft wurde die Defensivabteilung: Martin Angha, Ondrej Pedrak, Niklas Stark und unser alter Haudegen Javier Pinola - vielleicht auch Sinan Tekerci und Tobias Pachonik - sind die verbliebenen Verteidiger. Pedrak und Stark sind körperlich noch nicht soweit, um auf der Stopperposition das Rückgrat der Mannschaft zu geben und ihr ständig Stabilität zu garantieren. Die vielen Gegentore nach Standardsituation während der letzten Rückrunde deuten darauf hin, dass hinten noch ein paar Kilo und dazu noch eine Portion Erfahrung fehlen.

Mittelfeldmäßig verstärkt uns Jan Polak, einer der Pokalhelden, guter Griff, ein sehr ordentlicher Bundesligaspieler war er in den letzten Jahren, endlich ist die Zentrale im defensiven Mittelfeld wirklich besetzt. Dazu kommen die zwei Jungspunde und angeblichen Talente Mike Ott und Willi Evseev, beide aus unteren Ligen. Der Danny Blum hat letzte Saison eine gute und effektive Rückrunde gespielt, dazu noch der - Skipper unserer Reserve - Michael Gärtner, der letztes Jahr aufgrund der vielen Verletzungen einige male in den Kader rutschte. Zu all diesen ein skeptisches "Hm"...

Stürmen wird ab der kommenden Spielzeit der letztjährige Zweitligatorschützenkönig Jakub Sylvestr, kam aus dem schönen Erzgebirge, in dessen Tiefen in früheren Zeiten Uran abgebaut wurde, das nur so nebenbei. Könnte in Zweitligagefilden ein würdiger Nachfolger des Josip Drmic werden - Josip war in der vergangenen Spielzeit einer der Wenigen, die bis zuletzt den Kopf oben hatten. Versprechend ist Mirko Colak aus unserer Reserve und unser Peki soll bleiben - wie schon erwähnt - wünsche ich ihm so richtig viele Kopfballtore, denn schneller wird er wohl nicht mehr werden. Noch ein "Hm" - so fazitmäßig meinen ich - vielleicht ein etwas kürzeres. Hoppala, jetzt ist mir der Mariusz Stepinski unter den Tisch gefallen, sofort habe ich beinahe robbiemackähnliche Gedanken.

ein - notwendiger -  griff in die kasse

Zwölf bis dreizehn Millionen sollen die Verkäufe in die Kassen gespült haben. Glauben wird dem Finanzchef Ralf Woy, dann werden diese Einnahmen komplett in den Kader investiert. Bin nicht ganz sicher, wie das mit dem Investieren gemeint ist, ich stelle mir die Frage, ob die Gehälter inklusive sind. Wird jedenfalls spannend bleiben - in den kommenden Wochen - wie denn die schwarzen Löcher im Kader gestopft werden - oder schöner - gefüllt werden; aber hey, irgendwie ist das alles doch um einiges weltbewegender als diese irgendwie surrealistische, aber doch tatsächlich anstehende Fußball-WM.

27.05.14

der ableger

Kurze Meldung in eigener Sache: Habe kürzlichst einen Ableger von agolnaihaua.com eingepflanzt, ein kleines google+-Seitlein in das Weltnetz eingesetzt. Ich werde darauf um einiges kürzer - untertrieben angesichts der epischen Länge meiner agolnaihaua-Artikel - also kürzer und aktueller auf die neuesten Ereignisse rund um die sehr lebendige Clubfamilie reagieren. Darüber hinaus werden die  Beiträge auf der eigentlichen auf agolnaihau angezeigt und auch verlinkt. Möge das Pflänzlein wachsen und gedeihen.

24.05.14

drei co-trainer sind einer zu viel...

Nun kommt er also doch nicht zum 1.FC Nürnberg, der Holger Stanislawski, für viele nach einer oberflächlichen Schnüffelei in den Foren ein weiterer Nachweis für die Badersche Unfähigkeit, ein Beweis für das furchtbare Chaos beim FCN und die fehlende Seriösität im Verein, das kann ich nicht so ganz verstehen und deshalb auch nicht so ganz unterschreiben, andere Dinge bereiten mir da mehr Sorgen.

Martin Bader und Wolfgang Wolf  haben mit Holger Stanislawski verhandelt, die Verhandlungen sind gescheitert, man konnte sich nicht einigen, Stanislawski kommt deshalb nicht zum Club. Mehr konnte und wollte der Herr Bader nicht verlautbaren, es waren Verhandlungen, die behält man im Geschäftsleben unter sich, alles andere wäre unangemessen, unprofessionell gewesen.

Das kicker sportmagazin - eigentlich ein seriöses Blatt - berichtet, dass es "offenbar" daran gelegen hat, dass Stanislawski gleich zwei Co-Trainer mitnehmen wollte, der Club aber nur einen akzeptierte. Marek Mintal sollte Assistenztrainer bleiben. Ob es weitere Gründe gab für das Scheitern gab - vermute ich jetzt frech - und woher das Gerücht kam, diese Fragen blieben offen.

Bin mal wieder ehrlich, kann über die Qualitäten des Herrn Stanislawski nichts Genaues sagen. Mir stehen nur wenige Fakten zur Verfügung: Allsda wäre der Durchmarsch FC St. Pauli in die Bundesliga, der Abstieg in die zweite, er gab frühzeitig das Ende der Kooperation bekannt, dann sein Engagement beim 1.FC Köln, ein verpasster Wiederaufstieg, er hört bei laufendem Vertrag auf, dann kam Hoffenheim, da musste er nach anfänglichen Erfolgen auf Platz acht stehend gehen.

stanislawski oder eben gar keiner

Die Bilanz ist ganz gut, aber nicht überragend. Ein Verpflichtung hätte auf den ersten Blick Sinn gemacht. Frage mich aber - so rethorisch - ob tatsächlich nicht noch einige Trainer mit ähnlicher Güte auf dem Fußballglobus herumrennen. Verzweiflung, Häme, Bitterkeit und Zynismus - abwechselnd mehr oder weniger zu spüren - ist angesichts der gescheiterten Verhandlungen nicht angesagt.

Allerdings sollten die Herren Bader und Wolf dann bitte zügig einen gescheiten Trainer verpflichten - angeblich verhandelt man an mehreren Fronten. Ansonsten bliebe der Eindruck haften, dass sich beide schwer verzockt haben. Bei der Kaderzusammenstellung wäre ein Übungsleiter mehr als hilfreich. Eine vakante Trainerstelle stellt keinesfalls einen triftigen Grund dar, beim Club zu bleiben oder zum Club zu kommen. Baders Entscheidung für den Trainerwechsel und gegen Gertjan Verbeek und damit für den möglichen kurfzfristigen Klassenerhalt und gegen einen sofortigen Umbau des Kaders nach des Trainers Gusto war ein Fehler, schadet aktuell und im Hinblick auf die neue Saison und könnte erhebliche Folgen haben.

frisch, fromm, fröhlich und offensiv

Damit auch kurz zum Kader, finde es sehr schade, dass Per Nilsson geht. Neben Hasebe ist es einer der "Alten", die ich auch in der kommenden Saison gerne bei uns gesehen und deshalb gehalten hätte. Schätze aber, dass er unabhängig von stärkerem Clubschen Bemühe eh nach Kopenhagen gegangen wäre. Die Championsleague hat fröhlich gewunken. Neben Nilsson rechne ich  - wie schon einmal erwähnt - damit, dass der besagte Hasebe und auch Chandler den Verein verlassen werden.

Es scheint zurzeit so, dass wenig Wert auf die Defensive gelegt. Chandler, Pogatetz, Nilsson, Plattenhardt, so lautete die erste Verteidigung Verbeeks bevor in oder nach der Winterpause die Fußballseuche ausbrach. Allesamt sind sie schon weg oder werden den Verein verlassen.  Die seit einem Jahre freie Planstelle im defensiven Mittelfeld ist immer noch unbesetzt.

Hasebe ist zwar ein zentraler Mittelfeldspieler, hatte aber auch herausragende defensive Fähigkeiten. Außer dem unter den Fanatikern umstrittenen Mike Frantz wird wahrscheinlich aus Verbeeks Stammelf kein Spieler mehr im Kader stehen, der Qualitäten in der Verteidigung aufzuweisen hat, und es ist durchaus möglich, dass der treue Mike uns ebenfalls von der Stange geht.

der jugend eine chance?

Geholt wurden bisher drei weitere Jungspunde, die sich - nach Datenlage - ganz gut lesen, aber es sind eben Jungspunde, der eine ist Linksaußen - Danny Blum -, der andere zentraler Mittelfeldspieler - Willy Evseev - und letztlich kam noch ein offensiver Mittelfeldspieler - Mike Ott, allesamt Spieler, die eh geholt worden wären, ob Abstieg oder nicht. Keiner von diesen vielversprechenden Talenten besitzt auf den ersten Blick besondere Qualitäten in der Verteidigung. Befürchte, dass wir die Fehler der letzten Jahre wiederholen oder überhaupt nicht vermeiden können, nachdem die komplette Verteidigungsabteilung den Verein verlässt oder bereits verlassen hat.

Finde nicht, dass das Chaos beim FCN  ausgebrochen ist, wir haben  nur die Probleme, die ein Bundesligist hat, wenn er in der zweiten Liga bruchgelandet ist, Spieler gehen dann, und der Kader gleicht dann eben zunächst einem Torso. Die Beurlaubung von Gertjan Verbeek war jedoch ein grober Fehler. Der Mann hat der Mannschaft in kürzester Zeit das Fußballspielen beigebracht, fand aber verteidigungsmäßig keine bundesligareife Mannschaft vor. Eine selten klare Idee, was Kaderzusammenstellung und den Fußball, der gespielt werden sollte, das hatte er, und die  - erste - Mannschaft hat seine Vorgaben schnell verinnerlicht. Seine  Eigenschaften wären ideal für den Aufbau des Teams gewesen - wobe auch er nicht Gottes Geschenk an den 1.FC Nürnberg gewesen wäre. Mal gucken, ob Bader und Wolf einen Trainer anheuern können, der über ähnliche Vorzüge verfügt. Habe da meine Zweifel, bin aber trotzdem voller Hoffnung, das geht als Glubberer.